Die Motorradfamilie


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Korsika 2007

Reiseberichte

Badeurlaub mit Überraschungen

Text: Heike Kaitinnis

Die Motorräder sind bepackt, Reiseführer und Karten liegen bereit, am nächsten Tag wollen Helmut und ich mit unseren beiden Kindern zu den Ionischen Inseln fahren. Die Kinder haben sich einen richtigen Badeurlaub gewünscht mit weißem Strand und türkisfarbenem, warmen Meer. Mitten in die letzten Urlaubsvorbereitungen platzt Helmuts Telefonanruf: „ Auf Griechenland rollt eine Hitzewelle zu! Temperaturen von weit über 40° Grad werden vorausgesagt. Der gesamte Balkan ist genau so betroffen. Überlege dir schon mal wohin wir morgen fahren könnten!“ Wir haben keine Fähre gebucht um auf solche Eventualitäten reagieren zu können, denn uns als Nordland-Fans liegen so hohe Temperaturen überhaupt nicht.

Abends um 22:00 Uhr entscheiden wir, nach Korsika zu fahren, suchen noch schnell die Abfahrtzeiten der Fähren heraus und machen eine grobe Urlaubsplanung. Zu reservieren versuchen wir nicht, denn als Motorradfahrer kommt man ja immer mit – dachten wir. Doch die Fährverbindung Savona – Bastia ist ausgebucht, aber man setzt uns gerne auf eine Warteliste, vielleicht wird noch ein Platz frei. Während wir warten, fällt uns auf, dass wir spät abends im Dunkeln auf einem Campingplatz ankommen würden, nähmen wir die gewählte Fähre. Spontan beschließen wir in Savona zu übernachten und am nächsten Morgen zu fahren. Die nette Dame am Schalter fragt vor der Buchung noch: „ Are you shure?“ Natürlich sind wir sicher, warum auch nicht?


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Vor sieben Jahren waren wir schon einmal auf Korsika und in dieser Zeit verändert sich vieles. Bei der Ankunft im Hafen begegnet uns allerdings überhaupt nichts Vertrautes. So sehr kann sich ein Hafengebiet doch nicht verändern! Helmut ist vollkommen irritiert, studiert ausgiebig die Karte, die Ausschilderung und den Stand der Sonne. Dann verkündet er triumphierend: „ Ha, jetzt weiß ich wo wir sind! Wir sind statt in Bastia in Calvi gelandet!“ Wir wollen Korsika im Uhrzeigersinn umrunden, fahren daher nach Norden aus Calvi heraus und bauen unsere Zelte unter dem dichten Blätterdach von Platanen und Kiefern auf einem Campingplatz von Algajola auf.

Zwischen dem Campingplatz und dem riesigen weißen Sandstrand verläuft die Bahnstrecke Calvi – I`lle-Rousse. Es ist ein Schauspiel, wenn das Bähnchen aus der Nachkriegszeit, vom hübschen Bahnhof Algajolas kommend, durch die Kurve zockelt. Auf Zuwinken stoppt der Lokführer. Fahrgäste mit Badegepäck, die den Tag am Strand verbringen wollen, steigen zu oder verlassen die Waggons. Qualmend und rumpelnd setzt die Lok sich wieder in Bewegung, gemächlich dem nächsten Halt entgegen. Diese Bahnstrecke wird fast ausschließlich von Touristen genutzt um weiter entfernte Strände zu erreichen oder in den Städten zu shoppen und zu speisen.

Wir verlassen uns auf unserem Ausflug nach L’ Il Rousse lieber auf unsere Motorräder. Der kleine Ort ist zwar hübsch, reizt uns aber überhaupt nicht. Es ist ein typischer Touristenort mit sehr vielen Besuchern und dem entsprechend besteht der Ortskern fast nur aus Nippesläden und Restaurants. Der winzige Wochenmarkt mit seiner üppigen Auswahl an Meeresgetier ist für uns viel interessanter. Manchen der angebotenen Köstlichkeiten möchte ich im lebendigen Zustand nicht gerne begegnen.

Auf den ersten Kilometern auf der N 197 von L’ Il Rousse in Richtung Norden fühlt man sich wie am Freitagnachmittag auf der B 1. Zum Glück wählen fast alle Fahrer die neue Hauptroute über St. Florent nach Bastia und wir können die alte Hauptstraße genießen. Wir schwenken in Belgodère auf die Dab, die sich bis Speloncato in engen Kurven den Berg hinauf windet und uns dank hervorragendem Asphalt enormen Fahrspaß bietet. Nur Nina kräht vom Sozius: „Ich hasse Kehren!“



Speloncato liegt im Mittagsschlaf als wir einrollen. Der Ort thront wie eine Burg auf dem Berg, die engen verwinkelten Gässchen leiten den Blick auf die raue Bergwelt im Inselinneren oder auf das nahe Meer und auf das fruchtbare Tal der Balagne davor. Nachdem die Motoren verstummt sind, herrscht eine himmlische Ruhe. Auf dem Dorfplatz plätschert der Brunnen, in der Bar „La Voute“ spielen ein paar ältere Herren Karten, selbst der bisher sehr kräftige Wind ist zur Ruhe gekommen. Wir nehmen die Einladung zum Verweilen an und tun einfach nichts. Hier haben es nur noch die Sperlinge eilig.

Träge rappeln wir uns auf um Sant’ Antonio zu besuchen. Es ist ein typisch korsisches Bergdörfchen und allemal einen Besuch wert. Unsere Motorräder müssen bei den Blechdosen vor der Tür auf uns warten, motorisierte Fahrzeuge dürfen nicht in den Ort hinein. Nicht nett, denn inzwischen ist es ziemlich warm geworden, außerdem ist es verdammt schwer, mit den Crossstiefeln über das grobe Steinpflaster durch die Gassen zu streifen. Allenfalls kann man sich den Rundgang durch einen Ritt auf Mauleseln vereinfachen lassen.

Da laufen wir doch lieber. Treppauf, treppab und durch Tunnel führt uns unsere Neugier durch das Gewirr von ineinander verschachtelten Gässchen. Selbst mit unseren beiden GS wäre hier kein Durchkommen mehr möglich. Die Häuser sind regelrecht in den Fels hinein gebaut, große Felsbrocken ragen aus dem Mauerwerk hervor und die Wände sind zum Schutz vor der Sommerhitze dicht zusammen gerückt. Für Nina und Timo ist der Ort genau der richtige Abenteuerspielplatz. Während wir "Alten" schnaufen, klettern die beiden leichtfüßig über die Felsen.

Auf den höher gelegenen Aussichtsplätzen angekommen, ist die Aussicht einfach grandios und jede Anstrengung wert. Den Rückweg wollen wir uns in einem winzigen Cafe mit einem Stück Kuchen versüßen. Bei dem Preis von 5 € je Stück vergeht uns jedoch der Appetit und wir belassen es bei einem Getränk. Als Leckerchen gibt es für Helmut und mich dann eben noch ein Stück korsische Straße.


Morgens herrscht ein regelrechter Sandsturm, die Zelte und alle Ausrüstungsgegenstände im Vorzelt sind mit Sand gepudert. Da zieht es nicht einmal unsere Kinder ans Wasser, außerdem sagt der Wetterbericht für die Westküste Mistral mit Windstärke 9 voraus, was in Böen starken Sturm bedeutet. Ein Grund mehr, an die Ostküste überzusiedeln.

Wieder nehmen wie die N 197 unter die Räder. Sie führt ca. 30 km durch unbesiedeltes Gebiet und wird offensichtlich überwiegend von Motorradfahrern genutzt, uns begegnen wenige Autos und keine Busse. Die Luft ist angenehm kühl, die Berge sanft gerundet, spärlich bewachsen mit Bäumen und Büschen. Eine Handvoll verlassener Bauernhöfe legt Zeugnis ab vom harten Leben in dieser Region. So mancher hat hier wohl seinen Kampf ums Überleben gegen die Natur verloren.

Der mittlere Teil der Ostküste ist für uns völlig uninteressant, eigentlich sogar hässlich. Die Küstenregion ist flach und zersiedelt. Nur Sonnenanbeter kommen an den kilometerlangen Sandstränden voll auf ihre Kosten. Erst ab Solenzara wird der Anblick hübscher, rücken die Berge wieder näher an das Meer heran. Die ersten Campingplätze in Strandnähe, die wir ansteuern, sind trotz Vorsaison schon relativ gut gefüllt, daher lassen wir uns für ein paar Tage auf dem riesigen schattigen Campingplatz „Golfo di Sogno“ bei Porto Vecchio nieder. Der ist ruhig, leer und teuer. Vom perfekt geschwungenen Strand genießen wir abends den Blick auf die Lichter von Porto-Vecchio und tagsüber auf den Golf von Sogno, der von unserem Standpunkt wie ein riesiger, kreisrunder See aussieht.

Der 29. Juni ist ein ganz besonderer Tag – unser Hochzeitstag. Da wir statt im Brautkleid in Leder geheiratet haben und den anschließenden Korso auf unseren Motorrädern begingen, verläuft auch unser 17. Ehrentag etwas anders als in anderen Familien. Während Helmut ein ausgiebiges Ründchen dreht, faulenze ich mit den Kindern am Strand, lese und schwimme. Ganz normal gehen wir abends in der Altstadt von Porto-Vecchio hervorragend essen. Die Häuser der Gasse sehen von vorne absolut unscheinbar aus, aber hinten raus bieten sie einen wunderschönen Anblick auf das Meer und die alten Salinen der Stadt. Passend zur romantischen Stimmung geht leuchtend der Vollmond über den nahen Gipfeln der Berge auf.




Von Porto-Vecchio ist es ein Katzensprung bis Bonifacio und diese Stadt muss man gesehen haben. Von einer mächtigen Mauer umgeben thront die Stadt hoch oben über dem blauen Meer auf einem weißen Kreidefelsen. Teile der Stadt schweben wie Schwalbennester frei über dem Meer. Besonders von der Seeseite aus, ist Bonifacio sicher eine der schönsten Städte Korsikas. Wir schlendern durch die Altstadt, stöbern in den Läden und bestaunen die einmalige Lage während einer Bootsfahrt, bei der auch die Kinder voll auf ihre Kosten kommen.

Schon wenige Kilometer nachdem wir Porto-Vecchio Richtung Zonza verlassen haben, verändert sich die Landschaft merklich. Die Straße steigt stetig durch üppig bewaldete Berge an. Selbst dort, wo wir sieben Jahre zuvor alles Grün durch einen Waldbrand vernichtet sahen, hat die Pflanzenwelt ihr Terrain zurück erobert, ist der ganze Hang wieder dicht bewachsen. Die Straße windet sich wie ein Wurm die Hänge hinauf, das Fahren macht einfach nur Spaß! Riesige Kiefern spenden in höheren Regionen Schatten und der Wind bläst würzige Luft in die Helme. Ein Abstecher zum Bavella-Pass ist für uns Pflichtprogramm, doch leider ist es auf der Passhöhe sehr windig und vom Meer ziehen dichte Wolken heran. Trotzdem ist der Blick auf die umliegenden Gipfel des Bavella-Massivs mit seinen aufgeworfenen, verwitterten und zerklüfteten Gipfeln einfach atemberaubend schön.

Da die meisten Touristen nur bis zum Col de Bavella fahren, haben wir die D 420 fast für uns allein. Serra – di Scopamene empfängt uns in 1080 m Höhe mit angenehmen 28° C. Als ich im Schatten von zwei riesigen Linden anhalte, wird mir vom Duft ihrer Blüten fast schwindlig. Auf unserem kleinen Spaziergang durch das Dorf werden wir von den Bewohnern freundlich gegrüßt. Hierher verirren sich nicht mehr viele Besucher. Auf fast allen Straßenschildern, die wir im Landesinneren sehen, sind die französischen Namen mit weißer Farbe übermalt. Hier gehört die Insel den Korsen und nicht den Festlandfranzosen, was aber der Gastfreundschaft nicht schadet. Nur die korsischen Namen zeigen uns den Weg - zum Glück gibt es noch die Nummerierung!

Wir sind nur ein paar Kilometer gefahren, als uns Aullène schon wieder zu einem Stopp zwingt. Auf dem zentralen Platz ist gerade ein Markt aufgebaut, an deren Ständen heimische Spezialitäten angeboten werden. Unsere Familie auf den Motorrädern ist für die Dorfbewohner eine kleine Attraktion und wir werden sofort herzlich zum Probieren eingeladen. Ein Mann, der 1958 seinen Wehrdienst in Deutschland absolviert hat, wird als Dolmetscher dazu gerufen um uns die Köstlichkeiten zu erklären und die Neugier seiner Nachbarn zu stillen, die viele Fragen an uns haben. Gerne kaufen wir hier unser Abendessen ein und werden zum Abschied noch mit einer Tüte leckerem Gebäck beschenkt.

Das letzte Stück der D 420 kurz vor Petreto-Bicchisano ist in einem herrlich schlechten Zustand. Ein Millimeter weniger Asphalt und man hätte eine perfekte Schotterstrecke. Dicke Steine lugen aus dem Straßenbelag hervor, außerdem ist die Straße sehr schmal und kurvig, sodass wir nur noch mit höchstens 40 km/h fahren können. Natürlich genießen wir auch dieses Teilstück, denn die Landschaft ist wunderschön, man fühlt sich wie in einem verzauberten Wald. Leider wird es langsam dunkel und wir müssen uns beeilen um nach Propriano zu kommen. Unsere Zelte finden ihren Platz auf dem einfachen Campingplatz „Chez Antoine“, der direkt am Traumstrand liegt. Die einzigen lauten Rabauken sind Eichelhäher, die sich morgens um 6 Uhr lautstark vor unserem Zelt um die letzten Brotkrumen balgen. Blöde Vögel!

Wir freunden uns mit einer Familie an, die Kinder im gleichen Alter von unseren haben. Nina und Timo würden am liebsten den restlichen Urlaub hier verbringen, zumindest bis sie beide Hautkontakt mit Feuerquallen haben. Trotzdem ist es schwer, die beiden vom Strand weg zu locken, aber wer ein echter Messerfetischist ist wie unser Timo, der muss in die Stadt der Vendetta, nach Sartène.

Der Reiseführer beschreibt die Stadt zwar als düster und abweisend, den Eindruck können wir jedoch nicht bestätigen. Auffallend sind die hohen Häuser der Stadt, von denen viele noch renovierungsbedürftig sind aber schon von einem bescheidenen Wohlstand zeugen. Das Leben spielt sich auf dem zentralen Platz ab mit seinen Cafes, Restaurants und mit dem Blick auf die wuchtige Kirche, die natürlich in einem hervorragenden Zustand ist. Da Sartène nicht mit goldenen Stränden locken kann, bleibt nur die Erinnerung an die Vendetta, die Blutrache, um Touristen zu locken. Bei unserem Sohn funktioniert es, er ist vollkommen fasziniert von den Schaukästen mit beängstigend langen Messern. Die gehören aber nicht in die Hände eines 11-jährigen, also kaufen wir keines.

Glücklicherweise können wir unsere Kinder immer mit alten Steinen locken und so führt uns der nächste Ausflug nach Filitosa, Korsikas berühmtester prähistorischer Ausgrabungsstätte. Auf einem weitläufigen Gelände, eingebettet in die Landschaft, findet der Besucher gewaltige Menhirstatuen, versehen mit Gesichtern und Waffen. Mehrere Monumente, deren Bedeutung zum Teil bis heute nicht klar ist, laden mit Gängen und Kammern zum Erforschen ein. Meine Leute sind begeistert, ich dagegen muss mich ausruhen. Anscheinend habe ich mir etwas eingefangen, denn meine Gedärme rumoren, mir ist schlecht und mein Kreislauf spielt verrückt. Bis zum Campingplatz sind es nur gute 20 km, die ich nur mühsam schaffe ohne vom Motorrad zu fallen. Am nächsten Tag bewache ich das Sanitärgebäude während meine Lieben ausgiebig baden. Abends habe ich Appetit auf Pizza und Rotwein – das tötet die letzten Keime und alles ist wieder gut.

Am nächsten Tag fahren wir direkt an der Küste weiter nach Porto. Die Straße rüttelt uns kräftig durch, wir bekommen sogar ein paar Regentropfen ab, aber der Ausblick auf das Meer ist phantastisch. Ab der Plage d’ Agosta wird es voll, überall sehen wir Läden mit Gummitieren und was das Strandleben sonst so erleichtert. Die Dvon Ajaccio nach Porto führt durch die traumhafte Calanche, die man unbedingt im Abendlicht sehen muss, bis und ist wieder ein Schmankerl. Anders als im Inneren der Insel muss man hier nicht ständig mit Wildschweinen auf der Straße rechnen, kann es einfach einmal laufen lassen.

Von Porto aus machen wir noch einen Badeausflug ins Fangotal. Die Strecke bis Galéria ist der absolute Wahnsinn, Kurven ohne Ende und das Fangotal ist ein Traum. Das Schwimmen im glasklaren Wasser des Fangos macht unheimlich viel Spaß. Die vielen Gumpen werden zum Plantschen, Tauchen und von ganz Mutigen als Sprungbecken genutzt. Das ist für unsere Kinder genau das richtige Revier, am nächsten Tag wollen sie sofort wieder ins Fangotal. Wir haben den beiden aber noch etwas anderes zu bieten.

Eine unserer Lieblingsstrecken führt von Porto Richtung Süden durch die Calanche zum Plage d’Arone. Die letzten 12 km führen hoch über dem Meer durch urwüchsige Landschaft. Der Ausblick auf das tiefblaue Meer, die Traumbucht von Arone oder die Bucht von Porto, die unter dem Schutz der Unesco steht, sind so einzigartig schön, dass man ständig auf und ab fahren könnte. Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Am Abend gönnen wir uns eine ausgiebige Fotosession in der Calanche, die durch die untergehende Sonne in rotgoldenes Licht getaucht ist.

Auf der D 84 verlassen wir Porto. Diese Straße führt uns durch die grandiose Spelunca-Schlucht. Mit den Motorrädern können wir problemlos an den vielen spektakulären Aussichtspunkten halten und den Blick auf das wilde, zerklüftete Gebirge genießen. Mit einem Auto bliebe nur ein kurzer Halt, dann triebe einen der nachfolgende Verkehr weiter. Dann durchfährt man den Forét d’Antoine, der uns begeistert mit seinen hohen, geraden Kiefern, deren riesige, Schatten spendende Kronen in luftiger Höhe den Blick nicht einengen. Bis auf 1467 m steigt die Straße an, auf der Abfahrt passiert man sogar noch einen Stausee mit Sandstrand.

Bei Francardo machen wir Station auf einem absolut ruhig gelegenen Waldcampingplatz mit herrlicher Bademöglichkeit im aufgestauten Golo. Nina und Timo sind restlos begeistert und wollen eigentlich nur hierbleiben, spielen und gammeln. Die Aussicht auf eine schöne alte Stadt veranlasst Nina doch nach Corte mitzukommen. Timo bleibt natürlich nicht allein und so marschieren wir zu viert bei 31° C in kurzer Hose und Sandalen durch die Stadt. Die Temperatur ist dank der engen, schattigen Straßen gut zu ertragen und zu entdecken gibt es für alle genug.

Letzte Station auf unserer Korsikaumrundung ist Marina di Farinole. Inzwischen zaubert der kräftige Mistral tolle Schaumkronen auf das Meer und poliert den Himmel blank. Unsere Kinder sind auch ohne Baden glücklich, da die tolle Felsenküste genug Möglichkeiten zum Kraxeln bietet.


Als Highlight zum Abschluss haben wir uns die Umrundung des Cap Corse aufgehoben. Auf der Michelin ist die Strecke ab Erbalunga als landschaftlich außerordentlich schön eingezeichnet und wie immer hat die Karte Recht. Zwar ist die Straße busgerecht breit ausgebaut, aber Kurven sind reichlich eingebaut. Wir sind im ständigen Kampf zwischen außerordentlichem Fahrspaß und dem Wunsch nichts von der herrlichen Landschaft zu verpassen. Das Meer liegt in verschiedenen Blau- und Türkistönen zu unseren Füßen. Die Straße schwingt an Felsbuchten vorbei, verbindet winzige idyllische Fischerdörfer mir kleinen Marinas, dazwischen Palmen, Zypressen und Olivenbäume. Kleine Sandstrände ziehen die Badelustigen an, aber trotz Hauptsaison findet man noch viel Platz. Auch die Straßen sind nicht voll geparkt wie an Italiens Stränden. Mann, ist das schön hier!

Ab Machinaggio wird die Straße deutlich schmaler und viel schlechter. Hier oben am Cap Corse finden wir eine völlig andere Landschaft vor. Karg und trocken ist das Land, wir sehen nur wenige bewohnte Häuser aber viele verlassene und verfallene. In Barcaggio ist es wieder mal Zeit für eine Badepause, bevor wir die Westküste des Cap Corse unter die Räder nehmen. Auch hier wurde die Straße auf gewaltige Ausmaße verbreitert. Die letzte Teerschicht fehlt allerdings noch und so eiern wir auf einer dicken Splitschicht kilometerweit Richtung St. Florent, wo wir spät abends ankommen.

Völlig unspektakulär verlassen wir die „Insel der Schönheit“ mit der ein paar Tage zuvor gebuchten Fähre ab Bastia. Zu viert stehen wir an Deck, während das Cap Corse vorbeigleitet und wären alle gerne noch etwas länger geblieben.

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