Die Motorradfamilie


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Alpentour 2011 von Helmut

Reiseberichte

Wem die letzte Stunde schlägt…

Text: Helmut Kaitinnis

Es ist ein phantastisches Gefühl. Endlich kann ich nachholen, was ich 1988 nicht erleben durfte (TF 6/89). Animiert durch diverse Berichte im Tourenfahrer, bin ich in der 2. Hälfte der 80er Jahre oft im Oktober in den Alpen gewesen, immer die Bibel des Alpenstraßenfahrers, den Denzel im Harro Tankrucksack dabei. Allerdings waren die Tage am Ende des goldenen Monats sehr kurz und Neuschnee verhinderte oft ein Befahren von diversen Leckerbissen. So musste ich damals auch die Ligurische Grenzkammhöhenstraße links liegen lassen und nahm stattdessen den französischen Teil um die Baisse de Peyrefique unter die Stollen. Liegt es an der Klimaerwärmung oder daran, dass wir diesmal Anfang Oktober haben, Der Sonnenaufgang ist spät genug um selbst als notorischer Langschläfer rechtzeitig aus den Daunen zu kommen. Aber was ist mit den Temperaturen? 15°C in über 2.000 m Höhe auf dem Monte Saccarello bereits vor den ersten, wärmenden Strahlen der Sonne. Diese kündigt sich durch ein spektakuläres Farbenspiel an, das alle Nuancen des Farbspektrums durchläuft, bevor das gleißende Licht der aufgegangenen Sonne meine Aufmerksamkeit auf die weichen, kräftigen Farben gen Westen lenkt. Derart verwöhnt wird selbst der morgendliche Kaffee fast vergessen. Als dieser endlich in den Bechern dampft, lassen wir den gestrigen Tag noch mal Revue passieren. Morgens bei sommerlichen Temperaturen rollten wir vom Autoreisezug in Alessandria. Neben einem vollen Tank, sorgten wir für unser leibliches Wohl. Brot, Käse und ein guter Rotwein verschwanden in den Alukoffern, bevor wir mittags am Colle di Tenda auf die LGKS abzweigten. Nach wenigen Metern stellte ein Schild unmissverständlich klar, was einen erwartet. Verboten für zweispurige Fahrzeuge jeglicher Art, erlaubt für Fußgänger Maultiere und Leichtmotorräder. Wir guckten uns fragend an: „Sind eine mit Campingausrüstung bepackte F650 Dakar und eine 1100 GS Leichtmotorräder?“ Nach über 20 Jahren Ehe und gemeinsamen Motorradreisen reicht ein kurzes „Schau mir in die Augen…“ und die Frage war geklärt, es ging los.

Mit Dickschiffen sicherlich kein leichtes Unterfangen, aber bei uns stand die Übernachtung auf der Ligurischen weit vorne auf der Prioritätenliste. Nach dem Umfahren der Schranke, die Autos zum Glück nicht umfahren können, war auf den ersten Kilometern die Warmlaufphase angesagt. Nach dem Col de la Boaire ging es richtig zur Sache. Tiefe Rillen, scharfkantige hohe Absätze und natürlich die immer wieder vielzitierten fußballgroßen Felsbrocken malträtierten unsere Reifen. Es stellte sich immer mehr die Frage ob man den Helden spielen soll, oder die sichere Variante die bessere ist. Ich entschied mich in vielen Passagen für den ersten Gang, in dem die Kreiselkräfte des 19 zölligen Vorderrads keinen Einfluss mehr auf die Fahrstabilität ausübten. So kam es wie es kommen musste. Mehrfach versuchte mein Vorderrad einen kürzeren Weg zu nehmen, als die Streckenplaner für die Militärfahrzeuge vor mehr als hundert Jahren geplant hatten. Leicht verschwitzt nutzen wir nach den heiklen Passagen eine Almwiese zur Rast. Dass über 400 bewegte Kilos nicht immer uneingeschränkten Fahrspaß bieten liegt auf der Hand, da hatte es Heike doch etwas leichter. Aber wir hatten es nicht anders gewollt und aufgrund unserer reichhaltigen Schottererfahrung wussten wir, was auf uns zukam. Die landschaftliche Szenerie und die Abgeschiedenheit der Strecke sind jedoch einmalig bei einer Gebirgspiste in Europa und rechtfertigten jeden gefahrenen Meter. Kurz vor Sonnenuntergang fanden wir am Ende eines herrlichen Tages ein ebenes Fleckchen Erde auf dem Gipfel des Monte Saccarello. Nachdem wir mehrere Kilo Kuhfladen beseitigt hatten, bauten wir schnell das kleine Zelt auf, entkorkten eine Flasche Rotwein und genossen den Sonnenuntergang bei einem grandiosen Rundumblick auf die Ligurische Bergwelt. Als wir später todmüde in unsere Schlafsäcke krochen, schliefen wir sofort ein, begleitet vom leisen Bimmeln der Kuhglocken im Tal.
Wenige Stunden später schreckten Heike und ich aus den schönsten Träumen auf. Es bimmelte immer noch, aber sehr laut und rings um unser Zelt herum. Als dann noch direkt neben Heikes Kopf an der Zeltwand geschnaubt und geleckt wurde, reichte es meiner Frau. Sie griff nach der Taschenlampe und stellte sich den Rindviechern. Gefühlte hundert Augen glühten ihr im Dunkeln entgegen, aber wenn man Heike in ihrem Schlaf stört, kennt sie keine Angst. Ihre Drohung, dass Bœuff Stroganoff wunderbar zu dem Rotwein in ihrem Magen passt, nahmen die Kühe sehr ernst und verschwanden im Galopp Richtung Tal. Leises Bimmeln begleitete unseren Schlaf für den Rest der Nacht.

Da wir nur eine Woche Zeit haben, entscheiden wir nach dem zweiten Kaffee die LGKS zu verlassen, und den Südteil auf den nächsten Frühsommer zu verschieben. Vorbei an unseren Freunden der Nacht, die wiederkäuend und vollkommen unschuldig glotzend in der warmen Morgensonne liegen, erreichen wir nach wenigen Kilometern Schotter ein winziges Teerband, dass uns in die Zivilisation zurückführt. Die Vegetation in Ligurien erweist sich sofort als nahezu undurchdringlicher Dschungel, kein Wunder, ist es doch die waldreichste Region Italiens. Kommt dann Richtung Küste im Übergangsbereich zur mediterranen Vegetation die Macchia hinzu, wird es eng. Erstaunlich, dass die Straßenbauer hier überhaupt Schneisen für Trassen der Straßen schlagen konnten und dass diese nicht ständig wieder zuwuchern. Manche tunnelartigen Passagen lassen jedoch schon fast ein wenig Resignation vor der üppigen Flora erkennen. Bei so viel Sport verlangt der Körper schnell verwertbare Kohlenhydrate. Die Piazza von Pieve die Tecco kommt da genau zur rechten Zeit. Ein Cappuccino vor und ein Espresso nach dem Bruschetta, dabei das entschleunigende Verhalten der Bewohner kurz vor der Mittagspause aufnehmen, ist der perfekte Kontrast zur Kurvenräuberei zuvor.
Gut ausgeruht schwingen wir uns wieder auf unsere Eintöpfe.
In wilden Kurvenorgien schlängeln sich die Wege weiterhin, scheinbar planlos durch die Berge. An der Streckenführung ist noch heute gut die ständige Orientierungslosigkeit spürbar, die beim Bau geherrscht haben muss. Dass der Ursprung jeder Straße eigentlich der Wille ist von A nach B zu gelangen ist hier nie zu erkennen. Selbst der passionierte Alpenstraßenfahrer sehnt sich hier mal eine zumindest 100 m lange Gerade herbei. Extra für uns sind noch ein paar Umleitungen eingebaut, die unsere Fahrt zum Mittelmeer schnell um zig Kilometer verlängert. Gerade rechtzeitig als sich die blaue Stunde über das Nervia Tal legt, rollen wir an Olivenplantagen und Weinbergen vorbei in Dolceacqua ein. Immer noch herrschen sommerliche Temperaturen und verbreiten mit dem regen Treiben eine wohltuende, südländische Atmosphäre. Wenig später gleiten wir in das 25°C warme Meer hinein und sitzen alsbald alleine im Sand der kleinen Bucht, köpfen die Flasche mit dem roten, guten Wasser, genießen pikanten Käse mit Pane und beobachten, wie der hoch am Himmel stehende Mond goldene Muster auf die Wellen malt. Das ist Saisonausklang mit Stil. Da wir wissen, dass von Norden der Winter naht, sind wir am nächsten Morgen schnell beim Ausgangspunkt unserer Rückfahrt. In Menton endet die Routes des Grandes Alpes, deren Verlauf wir nun teilweise nach Norden verfolgen.

Sospel mit seinem mittelalterlichen Flair, ist eine gute Gelegenheit, um sich vor den anstehenden Pässen noch einmal wie Gott in Frankreich zu fühlen. Zahlreiche Lokale findet man malerisch gelegen in der Altstadt, die vom Fluss Bévéra geteilt ist. Über diesen spannt sich eine fotogene Brücke mit einem Zollhaus. Sie wurde nach dem Krieg so perfekt restauriert, dass man meint, mit dem morbiden Charme stamme sie tatsächlich aus dem 11. Jahrhundert. Bei stahlblauem Himmel nehmen wir den Col de Turini in Angriff, berühmt geworden durch die „Nacht der langen Messer“ der Rally Monte Carlo und den legendären Walter Röhrl. Bei dem Gedanken, die unglaubliche Ansammlung von Kurven nachts und bei schneebedeckter Fahrbahn im Kampf gegen die Uhr zu absolvieren, befällt mich ein mulmiges Gefühl. Daher nehme ich schnell wieder die Realität wahr: Wärme, trockene Fahrbahn, minimaler Verkehr, kein Zeitdruck, einfach nur zügig durch die Kurven wedeln. Die folgende Strecke über St-Martin-Vesubie ist eine geniale Allianz aus idyllischen Bergdörfern, kleinen Pässen, engen Schluchten und zwei Motorradfahrern, die gemeinsam den klaren Oktobertag genießen wollen. In St-Sauveur-sur-Tinée ändert sich die Landschaft abrupt. Das mediterrane Flair weicht dem alpinen Charakter, den die Haute-Provence ausstrahlt. Die Anfahrt zum Col del la Bonnette ist auch ein vollkommen anderer Genuss. Mit einer beinahe in Vergessenheit geratenen Geschwindigkeit durchziehen wir zügig die weiten Kurven. Dazwischen kann der Blick immer wieder in die Ferne schweifen, denn kein Wald oder dunstige Sommerluft verhindert dies.
Der Himmel ist klar und blau. Die Luft ist sauerstoffreich und mild. Die Wiesen sind goldbraun. Es ist eine schöne Jahreszeit! Wer den Bonnette fährt, darf den Izoard nicht missen. Also gönnen wir uns am Spätnachmittag den Blick auf die Erosionslandschaft der Casse Déserte, die in Europa einzigartig ist und so sehr an die Landschaften im Südwesten der USA erinnert. Auch dieses Mal, komme ich nicht um die obligatorische Fotosession herum. Heike frotzelt rum: „Na, endlich mal ein Foto vom Izoard bei bestem Licht?“ Ich murmel was von „Na klar“ und „Wenn es Brei regnet, muss man einen Löffel zur Hand haben.“ und schicke sie noch ein paar Mal als Fotomotiv auf die Straße. Sie nimmt es hin wie eine Frau und erwidert: „Es gibt schlimmere Schicksale im Leben“ bevor sie wieder den vorzüglichen Teer unter die Stollen nimmt.
Im Ubaye Tal finden wir einen perfekten Lagerplatz direkt am Fluss. Nach dem Abendessen wollen wir kurz noch mal zur Erfrischung in den Fluss, werden aber jäh gestoppt. Bei gefühlten 5° C erheben wir uns gegenseitig in den Heldenstatus, obwohl wir erst bis zu den Knien im Wasser stehen. Nach einer angenehm kühlen Nacht entweichen wir kurz nach dem Morgengrauen der schattigen Enge der Schlucht, um auf der Scheitelhöhe des Col de Vars das Frühstück nachzuholen. Schnell wird der Kocher aus dem Gepäck geholt und kurz darauf steigt uns der Kaffeeduft in die Nase. Kein Luftzug rührt sich, zwei Murmeltiere wärmen sich die müden Glieder in der Morgensonne und ein paar Fliegen wollen etwas von unserer französischen Salami erbeuten. Während ich den Blick über die Gebirgswelt schweifen lasse, ertappe ich mich beim Versuch den Polfilter von den Augen zu nehmen, geht aber nicht, es ist wie es ist.
Über dem Hauptkamm der Savoyischen Alpen hängen die ersten Wolkenberge als wir auf die Assietta Kammstraße abbiegen, die noch vollständig von dem warmen Licht der Nachmittagssonne überflutet ist. Die Piste befindet sich nach der langen Trockenheit in einem guten Zustand. Es ist Donnerstag und einige Einheimische nutzen den herrlichen Nachmittag für ihre Feierabendrunde. Da man die Strecke kennt, ist Schutzkleidung nicht immer gefragt. Im Wohnzimmer setzt man auch keinen Helm auf, außer Gallier, die Angst davor haben, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Wir dagegen sind in Bella Italia, daher reichen Pudelmütze, Jeans und Schlappen. Eine Gruppe Jugendlicher ist anscheinend erst dabei die Hausstrecken zu erkunden. Orientierungs- und ratlos stehen sie an einem Knotenpunkt und schauen in die Ferne. Englisch ist nicht deren Kernkompetenz, der Begriff „Colle del Finestre“ bringt uns aber wieder zusammen. Nach einem freundlichen „Gracie, ciao“ folgen die Jungs mit ihren kreischenden 125er Zweitaktern meinem ausgestreckten Arm, jede der nächsten Kurven im Drift zurücklegend. Wir hingegen können nun die Ruhe genießen und öfter die Augen nach Norden und Süden schweifen lassen. Langsam drücken immer mehr Wolken über den nördlichen Gebirgskamm, der Frankreich und Italien trennt, und fließen in die Täler hinab, was aus unserer knapp 2.500m hohen Perspektive wie Nebel wirkt. Nach einer Biegung stellen wir fest, dass sich uns auch von Osten, von der Poebene her, Gewölk nähert. Wenige Kilometer vor dem Finestre tauchen wir in die dicke Suppe ab, die endgültig alle Geräusche schluckt. Unterbrochen wird die Stille nur vom Klang unserer drei Zylinder und dem metallischen Geräusch, wenn immer wieder die Schottersteine gegen Motorschutz und Gabelholme knallen. War das nötig noch vor dem Winter frischen Schotter aufzulegen?

Der Abend wird lang, da uns der Chef vom Hotel unbedingt in die italienischen Trinksitten einführen muss. Wir können ihm zwar keinen deutschen Vergleich kredenzen, aber mit diversen Vergleichsgetränken nebst blumenreicher Beschreibungen nähern wir uns auch von der Seite an. So können wir z. B. klären, dass Glühwein auch im Piemont getrunken wird und welcher Kräuterlikör am ehesten dem deutschen Hörnerwhisky entspricht. Manchmal kann Kultur auch anstrengend sein. 10 Stunden später an der Auffahrt zum Col de Mont Cenis ist der leicht schwere Kopf wie weggeblasen. Urplötzlich peitschen uns nach einer Serpentine Sturmböen entgegen. Die Wimpern gefrieren in Sekundenschnelle und die feinen Eisnadeln machen eine Akupunktur im Gesichtsbereich erst einmal überflüssig. Kein Wunder, ist doch die Temperatur auf -2°C gefallen. Selbst ich als passionierter „Visier-offen-Fahrer“ nutze lieber schnell die Frontscheibe der Mopedfahrer. Eine Analyse der Wetterlage hatte beim Frühstück ergeben, dass die Kaltfront mit starken Niederschlägen von Norden uns bereits sehr nahe gekommen ist und ein Ausweichen nur nach Westen möglich ist. Wir hatten trotzdem noch gehofft schnell über den Mont Cenis zu huschen, oder sogar ein wenig von den Militärpisten Malamot und Petit Mont Cenis zu naschen, aber unter den Bedingungen heißt es nun: Nichts wie runter und nach Briançon, verbunden mit der Zuversicht, dass wir zumindest noch über den Lautaret oder vielleicht sogar über den Galibier kommen.
Damit hat uns auch die Route des Grand Alpes wieder, deren landschaftliches Highlight für mich der Galibier ist. Das Fahrerische kommt dabei auch nicht zu kurz denn auch hier, wie vielerorts in den französischen Alpen, sind die Teerkocher unterwegs gewesen und haben über weite Strecken für einen feinen Belag gesorgt. Vorbei sind die Zeiten als viele französische Straßenpässe drei Sterne für die Landschaft aber ein
mangelhaft für den Straßenzustand bekamen. Bei der Auffahrt wandert mein banger Blick immer wieder nach Norden. Können wir es diesmal schaffen? Da ich den Galibier bereits ein Dutzend Mal gefahren bin, erkenne ich schon von Weitem den Einschnitt der Passhöhe. Immer wieder drücken beängstigend dunkle Wolken über den Kamm, lassen aber den Sattel noch frei. Neben der Fahrbahn ist bereits alles weiß gepudert, es ist aber immer noch windstill. Die Ruhe vor dem Sturm? Rapide Verlängerung des Bremsweges ist auf dem Parkplatz des Galibier angesagt, er ist schneebedeckt. Was sich uns aber als Szenerie darbietet, hat Seltenheitswert. Nach Süden ist es über dem Massif des Ecrins noch fast wolkenlos. Lediglich ein paar Wolkenfetzen peitschen orkanartig an den höchsten Graten empor, verbunden mit meiner Hoffnung, dass sich bei diesem Föhnsturm keine Bergsteiger mehr dort aufhalten. Nach Norden bietet sich der totale Kontrast. Eine dunkle Wand, die durch das tiefstehende klare Sonnenlicht schon dramatische Züge annimmt, hat sich fast bis zum Galibier vorgekämpft und schickt erste Flocken nach unten.

Nun kommen wieder die Erinnerungen hoch. Ende Oktober 1989 stand ich hier bei -5° C und wolkenlosem Himmel. Scheinbar zum Greifen nahe konnte man den 110 Kilometer entfernten Mont Blanc erspähen. Der Oktober ist schön. Mit meiner Erinnerung im Herzen und
den Anblick vor unseren Augen fällt es uns leicht erneut nach Süden zurückzuweichen und über den Col du Lautaret nach Westen zu entfliehen, bevor der Föhn hinter uns zusammenbricht. Wem die letzte Stunde der Saison schlägt, ist nicht unbedingt arm dran. Im Frühsommer sehen wir uns wieder.



Doku Alpen im Oktober:

Allgemeines: Es gab Zeiten, da hat man Alpentouren auf Teerstraßen als das große Abenteuer dargestellt. Ich bin der Meinung: Wer im Schwarzwald keine Schwierigkeiten hat, kann auch befestigte Alpenstraßen genießen.
Routes des Grandes Alpes: Die ca. 700 km lange, durchgehend geteerte Strecke ist sicherlich einer der landschaftlich schönsten in den Alpen. Zwischen Menton und dem Genfer See führt sie über eine Vielzahl an Pässen, die höher als 2.500 m sind. Daher ist die Strecke normalerweise nur bis zum 15. Oktober befahrbar. Nach einem ersten Wintereinbruch Anfang Oktober bin ich aber öfters noch an den letzten Oktobertagen auf den höchsten Pässen unterwegs gewesen.
Assietta-Kammstraße (AKS): Sie wird oft auch Fahrern von Straßenmotorrädern empfohlen. Richtiger wäre der Rat, dass nur sehr versierte Fahrer bei gutem Wetter die Strecke ohne Stollenreifen befahren sollten. Wichtig: Nach Regenfällen kann es noch tagelang längere Schlammpassagen geben.
Ligurische Grenzkammstraße (LGKS): Bezieht man viele kleine, bzw. wenig bekannte Pisten der Alpen nicht mit ein, gehört die LGKS, die eher aus einem Netz an Militärpisten besteht, mittlerweile zu den schwierigsten Offroad-Strecken der Alpen. Der zunehmende Verfall hat den Zustand immer mehr verschlechtert, was aber auch einen Vorteil bietet: Vierrädrige Fahrzeuge dürfen die LGKS nicht mehr befahren. Auch wenn wir mit unseren bepackten Dickschiffen viel Spaß hatten, ist Nachahmung nur Endurofahrern empfohlen, die wissen, was sie tun.
AKS + LGKS: Landschaftlich sind beide Höhenstraßen ein Traum. Die Ligurische hinterlässt außerdem durch die absolute Einsamkeit eine nachhaltige Wirkung.
Geographie:
Der Alpenbogen endet im Westen mit den Seealpen, die förmlich ins Mittelmeer hineinragen. Der höchste Gipfel ist immerhin 3.300 m hoch und damit nur 800 m niedriger als die Barre des Écrins, dem südlichsten 4.000er Gipfel der Alpen, den man von der Passhöhe des Galibier bewundern kann.
Reisezeit: Wohl dem, der kurzfristig im September/Oktober eine Schönwetterphase ausnutzen kann. Das ist die beste Reisezeit des Jahres. Die Straßen sind wie leergefegt, die Luft ist klar und in dem bereisten Gebiet findet man in der Regel noch angenehm warme Temperaturen vor.
Anreise: Von Hamburg, Düsseldorf und Neu-Isenburg kann man freitags starten und über Nacht mit dem Autoreisezug nach Alessandria fahren. Die Preise schwanken je nach Saison sehr stark. Attraktiv sind die Angebote unter „Autozug Spezial“ im Herbst. Allerdings sollen nach neusten Meldungen alle Ziele im Ausland nur noch im Jahr 2014 angefahren werden. http://www.dbautozug.de
Unterkunft
: Hotel Susa e Stazione http://www.hotelsusa.it/8/
Motorradfahrerhotel mit Garage und sehr netter Atmosphäre. Der Chef ist klasse.
Karten/Literatur/Internet: In Frankreich sind die Michelin Karten immer noch eine gute Wahl: 334 Französische Alpen Süd und 341 Alpes-Maritimes jeweils im Maßstab 1:150.000. Wer es für die LGKS genauer möchte: Topographische Karte vom Institut Geographique National (IGN) Vallée de la Roya 1:25.000. Für Italien sind die Karten von freytag & berndt zu empfehlen: Piemont-Turin-Aostatal und Italienische Riviera-Genua beide im Maßstab 1:150.000. Der Große Alpenstraßenführer aus dem Denzel Verlag ist auch in der 25. Ausgabe das Standardwerk für den Alpenstraßenfahrer. Mittlerweile 720 Ziele werden detailliert beschrieben. ISBN-10: 385047772X Im Internet ist die Hompage mit 1.614 anfahrbaren Punkten eine hervorragende Möglichkeit sich zu informieren. Außerdem erhält man hier auch Angaben zu Wintersperren. Man sollte aber nicht meinen sich unterwegs, z. B. auf der LGKS, mal schnell die neuesten Daten abrufen zu können. Ein Netz steht auf den entlegenen Strecken meistens nicht zur Verfügung. Die nach meiner Meinung beste Seite für aktuelle Wetterinformationen ist


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